- Alu polieren* - Nach ein paar Jahren kann es schon vorkommen,
daß (klarlackierte) Aluteile
anfangen, den Lack abzustoßen und unansehnlich grau zu werden. Abhilfe schafft
hier ein z. B. bei Louis erhältliches Polierset: Mit Stoffscheiben,
auf die Bohrmaschine gespannt und Polierwachs rückt man dem Alufraß zuleibe.
Man sollte aber zuvor den noch vorhandenen Alufraß und Restlack so weit
wie möglich mit 600er oder 1000er Schleifpapier entfernen. Dann ist der
Rest ein Kinderspiel. Um auch in kleine Ecken zu kommen, nimmt man ganz
kleine Polierscheiben, die es für Minibohrmaschinen gibt. Am besten die
Bohrmaschine stationär einsetzen und das zu polierende Teil in der Hand
halten (Arbeitshandschuhe!).
- Anschieben* - Wie bei allen Singles und Dicktwins: Zuerst mit
eingelegtem 2. Gang ein bißchen rückwärts schieben (bis es nicht mehr
geht), damit bringt man den Kolben kurz vor OT. Beim Vorwärtsschieben kann der
Kolben gleich Gemisch ansaugen und ist schon im Schwung für die Kompressionsphase
(in der der Motor beim Ausmachen stehenbleibt). Ganz wichtig: Wenn man nicht gerade
zu den Schwergewichten gehört (ich: 65 kg bei 178 cm), funktioniert das Ganze nur dann, wenn
man sich genau in dem Moment, wenn man die Kupplung kommen läßt, aus größerer
Höhe auf den hinteren Teil
der Sitzbank plumpsen läßt! Nur so hat der Hinterreifen im entscheidenden Augenblick
auch Grip auf dem Asphalt - sonst blockiert das Rad sofort und bleibt stehen...
- Batterie* - Sie hält länger, wenn man 4 g
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)
auf alle Zellen verteilt zur Batteriesäure gibt. Achtung: Das Zeug kann Augen
und Schleimhäute reizen!.
- Felgen reinigen* - Besonders das Entfernen von Kettenfett
ist wohl nicht ganz einfach (bei der LS650 kein Problem, da Riemenantrieb). Als
Geheimtips gelten: Teerentferner, Reinigungs- und Pflegeöl von
Rex oder Sonax, Saekaphen-Reinigungspaste (Adresse s. u.) sowie Backofenspray.
Da letzteres ziemlich scharf ist, sollte man bei lackierten Felgen/Teilen aufpassen,
da diese angegriffen werden können. Das beste Mittel gegen verölte Felgen
ist aber wohl der Einbau eines Scott-Oilers (so man denn eine Kette hat).
Der kleckert automatisch alle paar km einen Öltropfen auf die Kette. Die Menge
ist einstellbar, daher hoffentlich nie zuviel. Gerade überflüssiges Öl
bzw. Fett verschmandtet einem alles (AFAIK, selbstverfreilich, s. o.).
- Fetten* - Bei älteren Maschinen (besonders, wenn man
sie gebraucht gekauft hat) sollte man mal alle Schmierstellen wie Fußbremshebel,
Schalthebel etc. pp. überprüfen, ob noch genug Fett vorhanden ist (bzw.
überhaupt) und sich nicht der Rost breitmacht. Sonst backt da auf einmal etwas
fest (so geschehen bei meinem Fußbremshebel :( ) Schnell auseinandernehmen
(gerade dann nicht ganz einfach) und ordentlich Fett rein (viel hilft viel).
- Handgriffe - dummerweise ist es nicht einfach, den Gashandgriff gegen einen anderen
auszutauschen, denn die Kunstoffhülse, die auf dem Lenker steckt, ist mit
langen, herausragenden Streifen versehen, die ein Verrutschen des Gummimantels
verhindern sollen. Genau diese Streifen verhindern jedoch, daß Ersatzhandgriffe
(Achtung: der Lenker hat Zollmaß!) übergestreift werden können. Die Streifen
müssen zuvor mit einem Messer komplett entfernt werden. Für Metallgriffe
(teuer, aber sehr zu Empfehlen), die mit 3 Madenschrauben befestigt werden,
müssen noch 3 Löcher in die Kunstoffhülse gebohrt werden, in die dann die
Schrauben hineinragen können - man kann die Schrauben nämlich nicht fest
anziehen, ohne den Gasgriff zu blockieren :-( Die Schrauben dann unbedingt mit etwas
Loctite sichern (auch links), denn bei dem Gerappel des Motors
hat man sonst bald den Griff in der Hand (so passiert).
- Heizgriffregelung (stufenlos)* - Den Schaltplan und ein
Platinenlayout dazu (sowie etliche Schraubertips mehr) gibt es in der
Schrauberecke von Philip Herzog
- Hupe* - es ist sehr zu empfehlen, die Originalhupe gegen
ein etwas lauteres Modell zu ersetzen, denn mit der besseren Fahrradklingel
weckt man keinen Opa auf...
- Kälte - Bei niedrigen Temperaturen kann man um den Zylinder eine
Pappe o. ä. binden, damit der Motor leichter bzw. überhaupt warm wird.
- Kurvenverhalten - Man kann dies verbessern,
indem man teurere Reifen mit mehr Grip aufzieht. Metzeler soll, wie ich von einem
Reifenhändler hörte, deutlich besser sein und fast 20.000 km halten, kostet
aber auch 'ne Ecke mehr und muß extra eingetragen werden - Gutachten gibt's
beim Händler. Mal sehen, vielleicht nächstes Mal.
- Lackieren* - Eine beachtenswerte Sammlung an
Polier- und
Lackiertips hat Volker Bartheld
zusammengestellt.
- Luftfilter reinigen* - Mit Reinigungsbenzin
Ölrückstände auswaschen, sofort danach mit Spülmittel
nachreinigen, auswringen und trocknen lassen. Danach wieder mit Filteröl
tränken, sollte gut feucht, aber nicht überschwemmt sein.
- Öl* - Alles, was man zum Thema Öl wissen muß,
steht in der Oil-FAQ (auf englisch).
- Rost - Scheint ja (bis auf die Bandits) ein Suzuki-Phänomen zu sein.
Besonders anfällig sind: Rahmen, alle nicht verchromten Schrauben, Tankunterseite,
Innenseiten von Seitendeckeln. Nach Jahren fängt auch das Aluminium an zu
leiden: Motor- und Getriebedeckel (bes. an den Vertiefungen der Schrauben),
Schaltereinheiten, Zylinderkopfdeckel (mal die verchromten Verkleidungen
abnehmen). Vor allem natürlich dann, wenn die Maschine nicht nur bei Sonnenschein
im Einsatz ist...
- Schrauben* - bei älteren Maschinen rosten
einem viele nichtverchromte Schrauben nur so daher. Am besten gegen
V2A-Stahlschrauben (rostfrei) ersetzen. Bei der Gelegenheit kann man
auch von Kreuzschlitz auf Innensechskant umrüsten (dann hält
der Schraubenkopf länger). ACHTUNG: Nicht gegen V2A tauschen bei
tragenden Schrauben oder solchen, die *sehr* fest angezogen werden, denn
V2A-Stahl ist brüchiger als normaler Stahl!!! In solchen Fällen
nur gegen neue "Normalschrauben" tauschen.
- Simmerringe ausbauen* - (Ein großes Dankeschön an
Henning Saal!) Das Tauschen an sich ist
natürlich auch nicht schwieriger als bei anderen Motorrädern, aber
Werkzeug zu kaufen ist bei Suzukihändlern eine fast aussichtslose Aktion.
Das Werkzeug, das ich gesucht habe, ist der "Vordergabelmontageaufsatz G". Da die
Händler sich weigerten, mir diesen Aufsatz zu verkaufen und ich es nicht einsah,
der Werkstatt DM 250,- für das Wechseln der Simmerringe zu zahlen, habe ich
die Schraube im Standrohr via Preßluftschrauber gelöst (was ich eigentlich
eher ungern mache) und nach dem Ausbau des innenliegenden Schraubenstücks
festgestellt, daß man sich das dazugehörige Werkzeug mit einer Mutter
(22-24er Gabelweite), einer Gewindestange und einem Schweißgerät für
unter DM 10,- leicht selbst herstellen kann. Man braucht dafür lediglich ca.
30 cm der Gewindestange abzusägen und als eine Art "T-Griff" auf das restliche
Stück Gewindestange schweißen. Auf das gegenüberligende Ende schraubt
man die Mutter bis auf wenige Gewindegänge auf, so daß sie noch ein
bißchen über die Gewindestange heraussteht. Man braucht die Mutter jetzt
nur noch mit wenigen Schweißpunkten zu fixieren und fertig ist das Werkzeug.
Die Mutter hat zwar nur halb so viele Zähne wie das Originalwerkzeug, aber ich
habe bisher keine Savage gefunden, bei der ich die Verschraubung damit nicht lösen
bzw. wieder ordentlich festschrauben konnte.
- Sommer - In einem heißen Sommer kann der Motor der LS schon mal
arg rappeln, dagegen soll das Tanken von Superbenzin helfen (selbst nie probiert).
- Tachometerschnarren -
Wenn der Tachometer nervig an zu
schnarren anfängt, bekommt man es im Allgemeinen
weg, indem man den Tank abnimmt, den Tacho ausbaut und alle Befestigungsteile
desselben mit Schmierfett (ganz normales Motorenfett) einkleistert - also diese
Springfedern, die auf diesen Stangen sitzen, die Stangen selbst, rund um die
Befestigungslöcher... Damit sollte es sich deutlich bessern.
- Ventile läppen* - Wenn der Motor mal Öl verbrannt
hat (z. B. wegen undichter Ventilschaftdichtungen), sehen gerade die Auslassventile
aus wie Sau. Es kann sein, daß sich Ölkohle auch am Ventilsitz gebildet
hat und dort festgebacken ist. Nach grober Reinigung kann man die Ventile wieder neu
einschleifen, auch wenn man gerade kein Spezial-Läppmittel (teuer!) zur
Verfügung hat: Statt dessen kann man auch feines Metallpoliturwachs (siehe
Alu polieren) benutzen, das man fein zerbröselt und mit z. B. Benzin mischt.
In *sehr* geringen Mengen auf den Ventilsitz aufgetragen funktioniert es hervorragend
(Ventilfeder ausbauen und loses Ventil mit Gumminöppel in seinem Sitz hin-
und herquirlen).
Als Gumminöppel eignet sich hervorragend
einer der Gummibuchsen, mit Hilfe derer der Tank festgeschraubt ist - dessen inneres
Metallrohr kann man ein Stück herausziehen, um es in das Bohrfutter einer Bohrmaschine
einzuspannen. Erleichtert das Einschleifen ungemein... :-)
- Ventilfederpresse* -
Zum Ausbauen der Ventile mußte ich mir erstmal eine
Ventilfederpresse besorgen - aber woher? Die von Louis gab's nicht mehr und bei
Suzuki wollen die 170 Steine dafür sehen - Argh! Also hab' ich mir für
100 DM ein Elektroschweißgerät und für 20 DM Material gekauft
und mir so ein Ding selbst gebaut... Wer's genau wissen will: Habe 2 dicke
Türbänder (für primitive Scharniere: 30 cm langer und 4 mm dicker
Bandstahl, an einem Ende zu einem Kringel gebogen) mit einem weiteren Stück
Bandstahl zu einem "U" geschweißt, die Kringel jeweils an den Enden des U's.
An den Kringeln habe ich dann je 2 Muttern (M10 glaube ich) so festgeschweißt,
daß man eine Gewindestange (geht dann durch den Scharnier-Kringel) verstellbar
befestigen kann. Auf die Enden der Gewindestangen dann noch je 1 Mutter festbraten
(habe halt keine Metallschrauben dieses Kalibers bekommen). Voila, schon kommt man
prima um den Zylinderkopf drum herum und kann die Ventilfedern zusammendrücken.
- Vollgas - Nach Möglichkeit genauso vermeiden wie absichtliche,
großangelegte Fehlzündungen. Beides ruiniert mit der Zeit die Zylinderkopfdichtung.
- Warnblinkanlage* - siehe Heizgriffregelung
- Zahnriemen - Wenn der quietscht, sollen folgende Mittel(chen) helfen: Seifenwasser,
Talkum, Harley-Riemenfett, Hirschtalg, Silikonspray, (?), ...
- Zylinderkopf - Der läßt sich, entgegen der Meinung der Reparaturanleitung,
auch bei eingebautem Motor abnehmen. Beim Zylinderkopf und auch schon beim Ventildeckel muß
man lediglich eine Menge fädeln, um ihn abzubekommen. Knackpunkt ist die Längste der
vier Gewindestangen: Man dreht den Kopf um ca. 45 Grad in Uhrzeigerrichtung und kann dann jene
Gewindestange unter *leichtem* Biegen aus ihrem Loch zwängen. Der Zylinder selbst läßt
sich nur unter Ausbau des Motors abnehmen. Soll nur eine neue Fußdichtung eingesetzt werden,
kann man den Motor auf den Unterzügen liegend nach rechts verkippen, um dann den Zylinder
abzunehmen. Hierzu braucht man aber einen Helfer...
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