- Anschieben* - Wie bei allen Singles und Dicktwins: Zuerst mit
eingelegtem 2. Gang ein bißchen rückwärts schieben (bis es nicht mehr
geht), damit bringt man den Kolben kurz vor OT. Beim Vorwärtsschieben kann der
Kolben gleich Gemisch ansaugen und ist schon im Schwung für die Kompressionsphase
(in der der Motor beim Ausmachen stehenbleibt). Ganz wichtig: Wenn man nicht gerade
zu den Schwergewichten gehört (ich: 65 kg bei 178 cm), funktioniert das Ganze nur dann, wenn
man sich genau in dem Moment, wenn man die Kupplung kommen läßt, aus größerer
Höhe auf den hinteren Teil
der Sitzbank plumpsen läßt! Nur so hat der Hinterreifen im entscheidenden Augenblick
auch Grip auf dem Asphalt - sonst blockiert das Rad sofort und bleibt stehen...
Franz Krauth schrieb mir dazu:
"Deine Anschiebetechnik halte ich für sehr gewagt! Es ist doch eine
ziemlich akrobatische Geschichte - ich hab' die anfangs auch benutzt...
Jetzt mach ich's so:
Deko ziehen und festhalten - dann im 3. Gang mit gezogener Kupplung
schieben, die Kupplung kommen lassen - Deko noch festhalten! der Motor
dreht schon mal - dann erst den Deko loslassen - das Hinterrad blockiert
nicht so leicht, weil der Motor ja schon dreht! - funktioniert am Berg
oder mit einem Schiebehelfer völlig ohne Streß..."
- Batterie* - Sie soll länger halten, wenn man 4 g
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)
auf alle Zellen verteilt zur Batteriesäure gibt. Achtung: Das Zeug kann Augen
und Schleimhäute reizen!. Hab's mal (bei der Savage) probiert, die Batterie hat es
vertragen, hat aber trotzdem nur ein Jahr gehalten wie die vorherige (beide auch im
Wintereinsatz!)...
- Felgen reinigen* - Besonders das Entfernen von Kettenfett
ist wohl nicht ganz einfach. Als
Geheimtips gelten: Teerentferner, Reinigungs- und Pflegeöl von
Rex oder Sonax, Saekaphen-Reinigungspaste (Adresse s. u.) sowie Backofenspray.
Da letzteres ziemlich scharf ist, sollte man bei lackierten Felgen/Teilen aufpassen,
da diese angegriffen werden können. Das beste Mittel gegen verölte Felgen
ist aber wohl der Einbau eines Scott-Oilers (so man denn eine Kette hat).
Der kleckert automatisch alle paar km einen Öltropfen auf die Kette. Die Menge
ist einstellbar, daher hoffentlich nie zuviel. Gerade überflüssiges Öl
bzw. Fett verschmandtet einem alles (AFAIK, selbstverfreilich, s. o.). Das Scott-Öl
geht auch viel leichter wieder z. B. von der Felge ab als das stark haftende Kettenfett.
So ein Teil bau' ich mir in Kürze dran...
- Fetten* - Bei älteren Maschinen (besonders, wenn man
sie gebraucht gekauft hat) sollte man mal alle Schmierstellen wie Fußbremshebel,
Schalthebel etc. pp. überprüfen, ob noch genug Fett vorhanden ist (bzw.
überhaupt) und sich nicht der Rost breitmacht. Sonst backt da auf einmal etwas
fest (so geschehen bei meinem Fußbremshebel :( ) Schnell auseinandernehmen
(gerade dann nicht ganz einfach) und ordentlich Fett rein (viel hilft viel).
- Heizgriffregelung (stufenlos)* - Den Schaltplan und ein
Platinenlayout dazu (sowie noch mehr gute Schraubertips) gibt es in der
Schrauberecke von Philip Herzog
- Hupe* - es ist sehr zu empfehlen, die Originalhupe gegen
ein etwas lauteres Modell zu ersetzen, denn mit der besseren Fahrradklingel
weckt man keinen Opa auf...
- Katalysator - Soll ja "Schadstoffe mindern, die Lautstärke vermindern
sowie bestenfalls zu einer geringen Leistungssteigerung führen". Aber mitnichten - Stefan schreibt:
Ein Bekannter (Andres König) hat das Teil bei sich eingaut und
sich beim nächsten Tanken gewundert, was denn da hinten aus seinem Auspuff
rauskommt! Es war der Kat, ohne Scheiß - nach einem Umtausch war es mit dem 2.
genauso und auch mit dem 3., so daß er seinen Kaufpreis zurückbekommen hat. Es
ist halt so, daß die Big einen ziemlich starken Austoss hat bei besagten 740 ccm."
(Danke an Stefan Schluppek für die Mail und an
Andreas König für eben jene Erfahrung)
- Kälte - Bei extrem niedrigen Temperaturen kann man um den Zylinder eine
Pappe o. ä. binden, damit der Motor leichter bzw. überhaupt warm wird...
- Kupplungszug - Den (Schutz)schlauch über dem Kupplungszug
unbedingt entfernen, er steht nämlich nach dem ersten Regen voll Wasser und sorgt für überflüssigen
Rost am Ende des Zuges. (Danke an Ulf Rathert!)
- Lackieren* - Eine beachtenswerte Sammlung an
Polier- und
Lackiertips
hat Volker Bartheld
zusammengestellt.
- Luftfilter (Gewebe, kein Papier!) reinigen* - Mit Reinigungsbenzin
Ölrückstände auswaschen, sofort danach mit Spülmittel
nachreinigen und trocknen lassen. Danach wieder mit Filteröl
tränken, sollte gut feucht, aber nicht überschwemmt sein.
- Öl* - Fast alles, was man zum Thema Öl wissen muß,
steht in der Oil-FAQ (auf englisch).
- Schrauben* - bei älteren Maschinen rosten
einem viele Schrauben nur so daher. Am besten gegen
V2A-Stahlschrauben (rostfrei) ersetzen. Bei der Gelegenheit kann man
auch von Kreuzschlitz auf Innensechskant umrüsten (dann hält
der Schraubenkopf länger). ACHTUNG: Nicht gegen V2A tauschen bei
tragenden Schrauben oder solchen, die *sehr* fest angezogen werden, denn
V2A-Stahl ist brüchiger als normaler Stahl!!! In solchen Fällen
nur gegen neue "Normalschrauben" tauschen. V4A Stahl ist übrigens
laut Auskunft beim Schraubenhändler extra Säurebeständig,
also vielleicht die noch bessere Wahl im Wintereinsatz (Streusalz), wenn auch teurer.
Habe mit den V2A-Schrauben aber bisher (trotz Winter) nur gute Erfahrungen
gemacht.
- Simmerringe ausbauen* - (Ein großes Dankeschön an
Henning Saal!) "Das Tauschen an sich ist
natürlich auch nicht schwieriger als bei anderen Motorrädern, aber
Werkzeug zu kaufen ist bei Suzukihändlern eine fast aussichtslose Aktion.
Das Werkzeug, das ich gesucht habe, ist der "Vordergabelmontageaufsatz G". Da die
Händler sich weigerten, mir diesen Aufsatz zu verkaufen und ich es nicht einsah,
der Werkstatt DM 250,- für das Wechseln der Simmerringe zu zahlen, habe ich
die Schraube im Standrohr via Preßluftschrauber gelöst (was ich eigentlich
eher ungern mache) und nach dem Ausbau des innenliegenden Schraubenstücks
festgestellt, daß man sich das dazugehörige Werkzeug mit einer Mutter
(22-24er Gabelweite), einer Gewindestange und einem Schweißgerät für
unter DM 10,- leicht selbst herstellen kann. Man braucht dafür lediglich ca.
30 cm der Gewindestange abzusägen und als eine Art "T-Griff" auf das restliche
Stück Gewindestange schweißen. Auf das gegenüberligende Ende schraubt
man die Mutter bis auf wenige Gewindegänge auf, so daß sie noch ein
bißchen über die Gewindestange heraussteht. Man braucht die Mutter jetzt
nur noch mit wenigen Schweißpunkten zu fixieren und fertig ist das Werkzeug.
Die Mutter hat zwar nur halb so viele Zähne wie das Originalwerkzeug, aber ich
habe bisher kein Mopped gefunden, bei der ich die Verschraubung damit nicht lösen
bzw. wieder ordentlich festschrauben konnte." Sollte bei der DR Big ähnlich
funktionieren, hab's aber an selbiger (noch) nicht ausprobiert.
- Spiegel - In Honda-Dominator Spiegeln sieht man nicht nur seine Arme,
und die Dinger kosten Stk. nur 20 DM. [Ich habe die zu dunklen Spiegel, die an meiner
Big dran waren gegen diese quadratischen, leicht gewoelbten von HG getauscht und bin
auch sehr zufrieden - Bert] (Danke an Ulf Rathert!)
- Ventile läppen* - Wenn der Motor mal Öl verbrannt
hat (z. B. wegen undichter Ventilschaftdichtungen), sehen gerade die Auslassventile
aus wie Sau. Es kann sein, daß sich Ölkohle auch am Ventilsitz gebildet
hat und dort festgebacken ist. Nach grober Reinigung kann man die Ventile wieder neu
einschleifen, auch wenn man gerade kein Spezial-Läppmittel (teuer!) zur
Verfügung hat: Statt dessen kann man auch feines Metallpoliturwachs (siehe
Alu polieren) benutzen, das man fein zerbröselt und mit z. B. Benzin mischt.
In *sehr* geringen Mengen auf den Ventilsitz aufgetragen funktioniert es hervorragend
(Ventilfeder ausbauen und loses Ventil mit Gumminöppel in seinem Sitz hin-
und herquirlen).
- Ventilfederpresse* -
Zum Ausbauen der Ventile mußte ich mir erstmal eine
Ventilfederpresse besorgen - aber woher? Die von Louis gab's nicht mehr und bei
Suzuki wollen die 170 Steine dafür sehen - Argh! Also hab' ich mir für
100 DM ein Elektroschweißgerät und für 20 DM Material gekauft
und mir so ein Ding selbst gebaut... Wer's genau wissen will: Habe 2 dicke
Türbänder (für primitive Scharniere: 30 cm langer und 4 mm dicker
Bandstahl, an einem Ende zu einem Kringel gebogen) mit einem weiteren Stück
Bandstahl zu einem "U" geschweißt, die Kringel jeweils an den Enden des U's.
An den Kringeln habe ich dann je 2 Muttern (M10 glaube ich) so festgeschweißt,
daß man eine Gewindestange (geht dann durch den Scharnier-Kringel) verstellbar
befestigen kann. Auf die Enden der Gewindestangen dann noch je 1 Mutter festbraten
(habe halt keine Metallschrauben dieses Kalibers bekommen). Voila, schon kommt man
prima um den Zylinderkopf drum herum und kann die Ventilfedern zusammendrücken.
- Warnblinkanlage* - siehe Heizgriffregelung
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