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Tips & Tricks, die (noch) nicht in der d. r. m. - FAQ stehen



Habe ich zum Teil ausprobiert, den Rest mal hier mal da aufgeschnappt. Keine Garantie für garnix! Die Tips gelten besonders für die DR750 Big, es sind aber auch viele allgemeine Vorschläge (mit * markiert) dabei.

Wer noch mehr Tips auf Lager hat, möge sie mir mailen: bheise@imb-jena.de

Noch mehr Schraubertips gibt's auf Andreas Vehrenberg's DR 800 Schrauberei

  1. Anschieben* - Wie bei allen Singles und Dicktwins: Zuerst mit eingelegtem 2. Gang ein bißchen rückwärts schieben (bis es nicht mehr geht), damit bringt man den Kolben kurz vor OT. Beim Vorwärtsschieben kann der Kolben gleich Gemisch ansaugen und ist schon im Schwung für die Kompressionsphase (in der der Motor beim Ausmachen stehenbleibt). Ganz wichtig: Wenn man nicht gerade zu den Schwergewichten gehört (ich: 65 kg bei 178 cm), funktioniert das Ganze nur dann, wenn man sich genau in dem Moment, wenn man die Kupplung kommen läßt, aus größerer Höhe auf den hinteren Teil der Sitzbank plumpsen läßt! Nur so hat der Hinterreifen im entscheidenden Augenblick auch Grip auf dem Asphalt - sonst blockiert das Rad sofort und bleibt stehen...

    Franz Krauth schrieb mir dazu: "Deine Anschiebetechnik halte ich für sehr gewagt! Es ist doch eine ziemlich akrobatische Geschichte - ich hab' die anfangs auch benutzt... Jetzt mach ich's so: Deko ziehen und festhalten - dann im 3. Gang mit gezogener Kupplung schieben, die Kupplung kommen lassen - Deko noch festhalten! der Motor dreht schon mal - dann erst den Deko loslassen - das Hinterrad blockiert nicht so leicht, weil der Motor ja schon dreht! - funktioniert am Berg oder mit einem Schiebehelfer völlig ohne Streß..."

  2. Batterie* - Sie soll länger halten, wenn man 4 g Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) auf alle Zellen verteilt zur Batteriesäure gibt. Achtung: Das Zeug kann Augen und Schleimhäute reizen!. Hab's mal (bei der Savage) probiert, die Batterie hat es vertragen, hat aber trotzdem nur ein Jahr gehalten wie die vorherige (beide auch im Wintereinsatz!)...

  3. Felgen reinigen* - Besonders das Entfernen von Kettenfett ist wohl nicht ganz einfach. Als Geheimtips gelten: Teerentferner, Reinigungs- und Pflegeöl von Rex oder Sonax, Saekaphen-Reinigungspaste (Adresse s. u.) sowie Backofenspray. Da letzteres ziemlich scharf ist, sollte man bei lackierten Felgen/Teilen aufpassen, da diese angegriffen werden können. Das beste Mittel gegen verölte Felgen ist aber wohl der Einbau eines Scott-Oilers (so man denn eine Kette hat). Der kleckert automatisch alle paar km einen Öltropfen auf die Kette. Die Menge ist einstellbar, daher hoffentlich nie zuviel. Gerade überflüssiges Öl bzw. Fett verschmandtet einem alles (AFAIK, selbstverfreilich, s. o.). Das Scott-Öl geht auch viel leichter wieder z. B. von der Felge ab als das stark haftende Kettenfett. So ein Teil bau' ich mir in Kürze dran...

  4. Fetten* - Bei älteren Maschinen (besonders, wenn man sie gebraucht gekauft hat) sollte man mal alle Schmierstellen wie Fußbremshebel, Schalthebel etc. pp. überprüfen, ob noch genug Fett vorhanden ist (bzw. überhaupt) und sich nicht der Rost breitmacht. Sonst backt da auf einmal etwas fest (so geschehen bei meinem Fußbremshebel :( ) Schnell auseinandernehmen (gerade dann nicht ganz einfach) und ordentlich Fett rein (viel hilft viel).

  5. Heizgriffregelung (stufenlos)* - Den Schaltplan und ein Platinenlayout dazu (sowie noch mehr gute Schraubertips) gibt es in der Schrauberecke von Philip Herzog

  6. Hupe* - es ist sehr zu empfehlen, die Originalhupe gegen ein etwas lauteres Modell zu ersetzen, denn mit der besseren Fahrradklingel weckt man keinen Opa auf...

  7. Katalysator - Soll ja "Schadstoffe mindern, die Lautstärke vermindern sowie bestenfalls zu einer geringen Leistungssteigerung führen". Aber mitnichten - Stefan schreibt: Ein Bekannter (Andres König) hat das Teil bei sich eingaut und sich beim nächsten Tanken gewundert, was denn da hinten aus seinem Auspuff rauskommt! Es war der Kat, ohne Scheiß - nach einem Umtausch war es mit dem 2. genauso und auch mit dem 3., so daß er seinen Kaufpreis zurückbekommen hat. Es ist halt so, daß die Big einen ziemlich starken Austoss hat bei besagten 740 ccm." (Danke an Stefan Schluppek für die Mail und an Andreas König für eben jene Erfahrung)

  8. Kälte - Bei extrem niedrigen Temperaturen kann man um den Zylinder eine Pappe o. ä. binden, damit der Motor leichter bzw. überhaupt warm wird...

  9. Kupplungszug - Den (Schutz)schlauch über dem Kupplungszug unbedingt entfernen, er steht nämlich nach dem ersten Regen voll Wasser und sorgt für überflüssigen Rost am Ende des Zuges. (Danke an Ulf Rathert!)

  10. Lackieren* - Eine beachtenswerte Sammlung an Polier- und Lackiertips hat Volker Bartheld zusammengestellt.

  11. Luftfilter (Gewebe, kein Papier!) reinigen* - Mit Reinigungsbenzin Ölrückstände auswaschen, sofort danach mit Spülmittel nachreinigen und trocknen lassen. Danach wieder mit Filteröl tränken, sollte gut feucht, aber nicht überschwemmt sein.

  12. Öl* - Fast alles, was man zum Thema Öl wissen muß, steht in der Oil-FAQ (auf englisch).

  13. Schrauben* - bei älteren Maschinen rosten einem viele Schrauben nur so daher. Am besten gegen V2A-Stahlschrauben (rostfrei) ersetzen. Bei der Gelegenheit kann man auch von Kreuzschlitz auf Innensechskant umrüsten (dann hält der Schraubenkopf länger). ACHTUNG: Nicht gegen V2A tauschen bei tragenden Schrauben oder solchen, die *sehr* fest angezogen werden, denn V2A-Stahl ist brüchiger als normaler Stahl!!! In solchen Fällen nur gegen neue "Normalschrauben" tauschen. V4A Stahl ist übrigens laut Auskunft beim Schraubenhändler extra Säurebeständig, also vielleicht die noch bessere Wahl im Wintereinsatz (Streusalz), wenn auch teurer. Habe mit den V2A-Schrauben aber bisher (trotz Winter) nur gute Erfahrungen gemacht.

  14. Simmerringe ausbauen* - (Ein großes Dankeschön an Henning Saal!) "Das Tauschen an sich ist natürlich auch nicht schwieriger als bei anderen Motorrädern, aber Werkzeug zu kaufen ist bei Suzukihändlern eine fast aussichtslose Aktion. Das Werkzeug, das ich gesucht habe, ist der "Vordergabelmontageaufsatz G". Da die Händler sich weigerten, mir diesen Aufsatz zu verkaufen und ich es nicht einsah, der Werkstatt DM 250,- für das Wechseln der Simmerringe zu zahlen, habe ich die Schraube im Standrohr via Preßluftschrauber gelöst (was ich eigentlich eher ungern mache) und nach dem Ausbau des innenliegenden Schraubenstücks festgestellt, daß man sich das dazugehörige Werkzeug mit einer Mutter (22-24er Gabelweite), einer Gewindestange und einem Schweißgerät für unter DM 10,- leicht selbst herstellen kann. Man braucht dafür lediglich ca. 30 cm der Gewindestange abzusägen und als eine Art "T-Griff" auf das restliche Stück Gewindestange schweißen. Auf das gegenüberligende Ende schraubt man die Mutter bis auf wenige Gewindegänge auf, so daß sie noch ein bißchen über die Gewindestange heraussteht. Man braucht die Mutter jetzt nur noch mit wenigen Schweißpunkten zu fixieren und fertig ist das Werkzeug. Die Mutter hat zwar nur halb so viele Zähne wie das Originalwerkzeug, aber ich habe bisher kein Mopped gefunden, bei der ich die Verschraubung damit nicht lösen bzw. wieder ordentlich festschrauben konnte." Sollte bei der DR Big ähnlich funktionieren, hab's aber an selbiger (noch) nicht ausprobiert.

  15. Spiegel - In Honda-Dominator Spiegeln sieht man nicht nur seine Arme, und die Dinger kosten Stk. nur 20 DM. [Ich habe die zu dunklen Spiegel, die an meiner Big dran waren gegen diese quadratischen, leicht gewoelbten von HG getauscht und bin auch sehr zufrieden - Bert] (Danke an Ulf Rathert!)

  16. Ventile läppen* - Wenn der Motor mal Öl verbrannt hat (z. B. wegen undichter Ventilschaftdichtungen), sehen gerade die Auslassventile aus wie Sau. Es kann sein, daß sich Ölkohle auch am Ventilsitz gebildet hat und dort festgebacken ist. Nach grober Reinigung kann man die Ventile wieder neu einschleifen, auch wenn man gerade kein Spezial-Läppmittel (teuer!) zur Verfügung hat: Statt dessen kann man auch feines Metallpoliturwachs (siehe Alu polieren) benutzen, das man fein zerbröselt und mit z. B. Benzin mischt. In *sehr* geringen Mengen auf den Ventilsitz aufgetragen funktioniert es hervorragend (Ventilfeder ausbauen und loses Ventil mit Gumminöppel in seinem Sitz hin- und herquirlen).

  17. Ventilfederpresse* - Zum Ausbauen der Ventile mußte ich mir erstmal eine Ventilfederpresse besorgen - aber woher? Die von Louis gab's nicht mehr und bei Suzuki wollen die 170 Steine dafür sehen - Argh! Also hab' ich mir für 100 DM ein Elektroschweißgerät und für 20 DM Material gekauft und mir so ein Ding selbst gebaut... Wer's genau wissen will: Habe 2 dicke Türbänder (für primitive Scharniere: 30 cm langer und 4 mm dicker Bandstahl, an einem Ende zu einem Kringel gebogen) mit einem weiteren Stück Bandstahl zu einem "U" geschweißt, die Kringel jeweils an den Enden des U's. An den Kringeln habe ich dann je 2 Muttern (M10 glaube ich) so festgeschweißt, daß man eine Gewindestange (geht dann durch den Scharnier-Kringel) verstellbar befestigen kann. Auf die Enden der Gewindestangen dann noch je 1 Mutter festbraten (habe halt keine Metallschrauben dieses Kalibers bekommen). Voila, schon kommt man prima um den Zylinderkopf drum herum und kann die Ventilfedern zusammendrücken.

  18. Warnblinkanlage* - siehe Heizgriffregelung